Fußball - Bundesliga: Paderborn rockt die Liga - Breitenreiter: «phänomenal»

Paderborn (dpa) - Als Frankfurts Marco Russ fluchend und enttäuscht in der Kabine verschwand, feierten die Zuschauer ihre Helden überschwänglich. Der dritte Saisonsieg des überraschend starken Aufsteigers aus Paderborn setzte große Emotionen frei.

«Was bei uns abgegangen ist, war phänomenal», schwärmte SC-Coach Andre Breitenreiter nach dem 3:1 (0:0) über Eintracht Frankfurt. «Das war einfach toll wie wir nach dem 0:1 zurückgekommen sind», sagte Torschütze Marvin Ducksch, der kurz nach seiner Einwechslung mit dem Treffer zum 1:1 die Wende einleitete. «Da haben die Zuschauer einen großen Anteil dran, dass die Jungs die zweite Luft bekommen haben», befand Breitenreiter.

Mit einem Willen, der Berge versetzen kann, und einer Leidenschaft, die begeistert, hat sich der «Underdog» zum anerkannten und gleichberechtigten Team in der Beletage des deutschen Fußballs etabliert. «Da bleibt uns nichts anderes übrig, als das anzuerkennen», sagte Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen, der mitansehen musste wie sein Team den Vorsprung durch Alexander Meiers 1:0 nach knapp einer Stunde aus der Hand gab und sich von den Gastgebern überrollen ließ. Nach dem Ausgleich sorgten Kapitän Uwe Hünemeier und Stefan Kutschke für den umjubelten Sieg.

Dabei hat auch der Trainer seinen Anteil. In Ducksch und Kutschke wechselte Breitenreiter den Sieg ein. «Wir wollten mehr Durchschlagskraft nach vorn. Dann haben sich die beiden für ihre gute Trainingsleistung belohnt», befand der Coach. «Das war einfach sensationell». Auch die Spieler waren begeistert von der Aufholjagd. «Da haben wir noch mal richtig Dampf von der Bank gemacht. Das haben die beiden Jungs super gemacht», sagte Mittelfeldspieler Mario Vrancic.

Vor allem BVB-Leihspieler Ducksch zeigte mit seinem sehenswerten Treffer, wozu er in der Lage ist. Nach Anlaufschwierigkeiten bei seinem neuen Club, hat's nun wohl gefunkt. «Er hat vielleicht gedacht, das geht von allein. Man hat das ja öfter, dass ein Spieler länger braucht, aber wir haben mit ihm gesprochen und ihm gesagt, was wir von ihm erwarten», sagte Manager Michael Born. «Jetzt ist er in Paderborn angekommen». Ducksch selbst zeigte sich sehr bescheiden. «Die ganze Mannschaft und vor allem die Fans waren maßgeblich für den Sieg verantwortlich.»

Das gefiel natürlich auch Breitenreiter. «Ich bin sehr glücklich, dass wir nach acht Spielen schon 12 Punkte auf dem Konto haben», meinte der Coach. Doch bei aller Euphorie: Die statistischen Beispiele aus den letzten Jahren zeigen, dass man auch mit einer solchen Punktzahl zu diesem Zeitpunkt noch absteigen kann, und dass es auch nach acht Spielen schon weitaus bessere Aufsteiger gegeben hat. Wie sagte Torschütze Kutsche daher so treffend: «Jeder Punkt hilft uns zum Klassenverbleib».

erschienen am 20.10.2014 um 13:08 Uhr

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