Gesundheit - Wissenschaft: Von der Außenwelt abgeschirmt: Spezialklinik in Hamburg

Hamburg (dpa) - Auf der Sonderisolierstation im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) werden Patienten mit lebensbedrohlichen oder hochansteckenden Infektionskrankheiten betreut. Das Behandlungszentrum für hochansteckende Erkrankungen (BZHI) wurde vor vier Jahren in Betrieb genommen.

Das Zentrum mit drei Zimmern und insgesamt sechs Betten ist in der Regel zuständig für Erkrankte aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen.

Die Sonderisolierstation befinde sich in einem abgetrennten Teil des Krankenhauses, sagte der Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt. Sie ist hermetisch abgeriegelt, es gelten strenge Sicherheitsregeln. Eine eigene Stromversorgung garantiert, dass die Maschinen auch im Notfall weiterlaufen. «Die Abteilung ist optisch eher vergleichbar mit einem Labor als mit einer normalen Krankenstation», ergänzte Schmidt.

Ein besonderes Lüftungssystem soll sicherstellen, dass keine Erreger nach außen gelangen. Verschiedene Schleusenkammern trennen den Außenbereich vom Inneren der Isolierstation ab. Im äußeren Teil können Ärzte und Pfleger beispielsweise Schutzkleidung anlegen. Über die innere Kammer kommen sie zum Patienten. Wenn sie den Behandlungsbereich verlassen, wird ihre Schutzkleidung in einer speziellen Dusche desinfiziert.

Die Schleusenbereiche stehen unter unterschiedlichem Druck. So kann Luft nur nach innen fließen, nicht in die umgekehrte Richtung. In der Sonderisolierstation trägt das Personal blaue Anzüge und Atemgeräte - mit ihrer Schutzkleidung sehen die Mitarbeiter aus wie Raumfahrer. Sie seien speziell geschult und würden regelmäßig für den Einsatz im Ernstfall trainieren, sagte Schmidt.

Die Mediziner gehen in der Sonderisolierstation an ihre physischen Grenzen. Sie schlüpfen in säurefeste Einweganzüge, die so gebaut sind, dass Schweiß nicht nach außen gelangen kann. «Länger als drei Stunden hält es kein Arzt in einem solchen Anzug aus. Das heißt für uns: Alle drei Stunden wird ein Anzug, der etwa 100 Euro kostet, verbrannt», sagte Stefan Schmiedel, Ärztlicher Leiter am UKE, in einem Interview der «Bild»-Zeitung.

UKE-Infos zum Behandlungszentrum

BILD-Interview mit Leiter der Seuchenklinik

Vita Dr. Stefan Schmiedel

erschienen am 27.08.2014 um 14:44 Uhr

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