Fußball - Champions League: Di Matteo warnt vor Lissabon: «Vielleicht entscheidend»

Gelsenkirchen (dpa) - Nach dem gelungenen Debüt unter Neu-Trainer Roberto Di Matteo muss sich der FC Schalke 04 jetzt wieder auf der großen Fußball-Bühne beweisen.

«Wir müssen versuchen, in den beiden Partien gegen Sporting Lissabon so viele Punkte zu holen wie möglich», betonte Di Matteo vor dem ersten Duell mit Portugals Vizemeister am Dienstag in der Veltins-Arena. 15 Tage später treten die Königsblauen zum vierten Spiel in der Gruppe G in der portugiesischen Hauptstadt an.

Angesichts der bisher mageren Ausbeute von zwei Punkten aus den Partien in London und gegen Maribor können sich die Königsblauen im Heimspiel gegen Sporting keinen Fehltritt mehr erlauben. Sonst schwinden die Aussichten aus Platz zwei und den erneuten Einzug ins Achtelfinale. Denn Gruppenrang eins scheint für Spitzenreiter FC Chelsea (4 Punkte) reserviert, der seine Führung daheim gegen Maribor (2) ausbauen kann.

Sporting ist in der Königsklasse mit einem Zähler derzeit zwar nur Gruppenletzter, tankte am Wochenende mit dem 3:1-Sieg beim FC Porto im portugiesischen Pokalwettbewerb aber viel Selbstvertrauen. Der momentan in der Liga auf Platz vier liegende Hauptstadtclub ist kein Gegner, der im Vorübergehen zu besiegen ist. Kein Wunder, dass Di Matteo die anstehenden Vergleiche mit dem Team von Trainer Marco Silva als «vielleicht entscheidend» einstuft.

Doch wenn jemand weiß, wie ein Team auf Champions-League-Highlights einzustimmen ist, dann Di Matteo. Schließlich schnappte der Italiener 2012 mit Chelsea dem seinerzeit übermächtigen FC Bayern im «Finale dahoam» die Trophäe weg. Doch sein größter Erfolg als Trainer ist für Di Matteo längst Geschichte. «Das ist Vergangenheit. Daran denke ich jetzt überhaupt nicht mehr», betonte der 44-Jährige.

Aktuell beschäftigt ihn nur der FC Schalke. Schon am Samstag gegen Hertha BSC war die Handschrift des Trainers zu erkennen. «Wir haben seine Vorgaben gut umgesetzt. Defensiv sind wir sehr stabil aufgetreten und haben auch Chancen kreiert», sagte Klaas-Jan Huntelaar, der mit seinem Führungstor den Weg zum 2:0 gegen Berlin geebnet hatte. «Wir haben die Null gehalten. So gewinnt man Spiele», ergänzte der Torjäger. Auch Eric Maxim Choupo-Moting lobte die Arbeit des neuen Chefs, der den Hebel beim verunsicherten Team bei der Defensivarbeit ansetzte. «Es ist wichtig, erstmal kompakt zu stehen und keinen Treffer zu kassieren», sagte der Kameruner. Man habe im Training akribisch und detailliert Grundlagen wie das Anlaufen des Gegners und Zweikampfverhalten geübt. «Der Trainer hat einen Plan.»

Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass Di Matteo auch gegen Lissabon den Fokus zunächst auf defensive Stabilität legen wird. «Irgendwo musste ich anfangen. Und es war wichtig, zunächst hinten anzufangen», erklärte Di Matteo sein simples Rezept. Heißt: Zumindest in den kommenden Spielen ist nicht mit einem Schalker Offensiv-Feuerwerk zu rechnen. «Die Spielweise können wir noch verbessern. Aber die wird mit jedem Sieg besser», versprach Di Matteo. Offen ist, mit welchem Personal Schalke die Aufgabe gegen Lissabon bewältigen will. Der gegen Hertha gesperrte Joel Matip steht wieder zur Verfügung, auch Sidney Sam wäre eine Alternative.

erschienen am 20.10.2014 um 11:33 Uhr

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