Fußball - Champions League: Vor Bayern-Duell: Englands Meister ManCity droht das Aus

London (dpa) - Der englische Meister Manchester City steht erneut vor einer peinlichen Pleite. Sollten die Citizens am Dienstag in der Champions League ihr Heimspiel gegen den FC Bayern München verlieren, droht City zum dritten Mal in vier Spielzeiten das Aus nach der Gruppenphase.

Noch vor Saisonbeginn hatten die ambitionierten Engländern selbstbewusst den Angriff auf die europäische Krone ausgerufen. Doch vor dem fünften Spieltag ist ManCity in der Gruppe E mit nur zwei Punkten Schlusslicht. Tiefpunkt war die 1:2-Schlappe vor zwei Wochen im eigenen Stadion gegen ZSKA Moskau.

Doch bei bestimmten Szenarien ist ein Weiterkommen noch möglich. Bei einem Remis gegen den bereits für die nächste Runde qualifizierten deutschen Meister (12 Punkte) müssten sich Moskau (4) und der AS Rom (ebenfalls 4) auch mit einem Unentschieden trennen. Bei einer Niederlage gegen die Bayern und einem Remis zwischen Moskau und Rom hätte Manchester noch eine Mini-Chance auf das Achtelfinale - bei einem Sieg im letzten Gruppenspiel in Rom und einer Niederlage Moskaus gegen die Bayern.

In den vergangenen vier Jahren hat der Scheich-Club 340 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. In der Premier League reichte das für zwei Meisterschaften in den vergangenen drei Spielzeiten. Im internationalen Wettbewerb steht ManCity aber weiter mit leeren Händen da. Auf der Insel gilt der Verein als «Europa-Versager». Von 24 Duellen in der Champions League hat City nur acht Spiele gewonnen. In der offiziellen UEFA-Liste rangiert Manchester bloß auf Platz 17. Bei einem Aus droht der Club sogar hinter Bayer Leverkusen, Schachtjor Donezk und den FC Basel abzurutschen.

Immerhin kann City gegen den FC Bayern nach Aussage von Trainer Manuel Pellegrini auf die Stürmer Sergio Agüero und Stevan Jovetic zurückgreifen. Der Coach widersprach Berichten, wonach die beiden Angreifer verletzt seien. «Sie stehen im Kader», sagte Pellegrini.

Agüero, bisher mit zwei Toren der treffsicherste City-Spieler, scheint angesichts des anhaltenden Misserfolgs auf der großen Bühne ratlos. Bloß einmal überstand der Club bisher die Gruppenphase. 2013/2014 kam das Aus im Achtelfinale gegen den FC Barcelona. «In der Champions League sind wir momentan nicht in der Position, in der wir gerne wären. Auch wir haben mehr erwartet. Aber noch haben wir zwei Spiele und obwohl es bisher so mies lief, sind wir noch in der Lage, uns zu qualifizieren», meinte der argentinische Nationalspieler vor einigen Tagen bei der «BBC».

Clubbesitzer Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan erwartet den Titel. Daher ist die Situation vor dem Duell mit den übermächtigen Bayern mehr als angespannt. Darüber konnte auch der 2:1-Erfolg in der Premier League am Wochenende gegen Swansea City nicht hinwegtäuschen.

Am Dienstag steht aber auch Pellegrini mit dem Rücken zur Wand. Sollte der Traum der Besitzer nach der Vorrunde platzen, müsste der Chilene trotz der Meisterschaft in der vergangenen Saison um seinen Job zittern. Denn auch in der heimischen Liga läuft es diesmal noch nicht rund. Nach zwölf Spieltagen haben die Citizens schon acht Punkte Rückstand auf Spitzenreiter FC Chelsea.

In der Königsklasse gab es in München ein 0:1, in Rom und Moskau kam der Favorit jeweils bloß zu einem Remis. «Natürlich akzeptieren wir die Kritik. Der Verein investiert in Top-Spieler. Die Fans erwarten mehr von uns», gab Agüero zu. Der Profi, der in dieser Saison schon zwölf Treffer erzielte, ist aber sicher: «Wir können die Wende schaffen».

Auf generöse Bayern stellen sich die Engländer nicht ein. Verteidiger Martin Demichelis, der selbst von 2003 bis 2011 in München gespielt hatte, stellte klar: «Ich habe da viel Erfahrung. Ich kenne die deutsche Mentalität. Die kommen hierher, um zu gewinnen.»

In der Geschichte der Königsklasse haben bislang allerdings nur zwei Mannschaften die K.o.-Runde erreicht, die nach vier Gruppenspielen zwei oder weniger Punkte eingespielt hatten: Lokomotive Moskau (2002/03) und der FC Porto (2004/05). Zu allem Überfluss fehlen gegen die Bayern Yaya Toure und Fernandinho (beide gesperrt) sowie die verletzten Edin Dzeko, Alexander Kolarow und David Silva.

erschienen am 24.11.2014 um 17:08 Uhr