Börsen - Effekten: Japanische Geldflut sorgt für Kurssprünge in Frankfurt

Frankfurt/Main (dpa) - Die gelockerte Geldpolitik in Japan hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag weiter beflügelt.

Am Nachmittag notierte der Dax 2,12 Prozent im Plus bei 9308,27 Punkten. Damit folgte der Leitindex den starken Börsenvorgaben insbesondere aus Tokio und knüpfte an seine dreitägige Gewinnserie an.

Vor dem Wochenende konnten weder schwache deutsche Einzelhandelsdaten noch ein überraschend gesunkener US-Konsum den Dax bremsen. Auch eine technische Panne an der Deutschen Börse, weswegen der Handel auf der Plattform Xetra am Vormittag für mehr als eine Stunde unterbrochen werden musste, ließ den Index kalt.

Da die Preise in Japan nicht wie erwartet steigen, pumpt die Zentralbank des Landes weiteres Geld in den Markt, unter anderem durch den Kauf von Staatsanleihen.

Auch die anderen deutschen Aktienindizes profitierten von diesen Nachrichten: Der MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen stieg um 1,87 Prozent auf 16 151,54 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,34 Prozent auf 1244,55 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 2,37 Prozent hoch.

Auf Wochensicht winkt dem Dax aktuell ein Plus von gut dreieinhalb Prozent. Und auch die Bilanz für den Oktober sieht mit einem Minus von unter 2 Prozent deutlich weniger schlimm aus als noch zur Monatsmitte. Damals war das wichtigste deutsche Börsenbarometer wegen Sorgen um die Konjunktur auf den tiefsten Stand seit rund einem Jahr gefallen.

«Die Ausweitung der Anleihekäufe ist sehr ungewöhnlich und zeigt gut auf, wie angeschlagen die wirtschaftliche Situation in Japan sein muss», meinte Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Gerade mit Blick auf den Rückzug der Fed aus der expansiven Geldpolitik sei dieser große Schritt nicht erwartet worden. «Jetzt ist auch wieder den Spekulationen rund um die weitere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) Tür und Tor geöffnet.»

Den Kurssprung von 5,53 Prozent, der dem Halbleiterkonzern Infineon an die Dax-Spitze verhalf, führten Händler indes auf positiv aufgenommene Zahlen eines US-Branchenkollegen zurück. Die Papiere von Lanxess verteuerten sich um 3,12 Prozent. Der angeschlagene Chemiekonzern will einem Medienbericht zufolge im Zuge seines Sparprogramms bis zu 1200 Arbeitsplätze streichen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,72 Prozent am Vortag auf 0,70 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 138,01 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,03 Prozent auf 150,85 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2524 (Donnerstag: 1,2598) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7985 (0,7938) Euro.

Kurse bei der Deutschen Börse

erschienen am 31.10.2014 um 15:08 Uhr

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