Fußball - 3. Liga: Traditions-Trio führt die 3. Liga an

Leipzig (dpa) - Premiere für Preußen Münster: Der Traditionsclub ist am 18. Spieltag erstmals an die Tabellenspitze der 3. Fußball-Liga geklettert und hat jetzt sogar die Herbstmeisterschaft im Visier.

Preußen besiegte die SpVgg Unterhaching mit 2:0 (1:0) und wird von den einen Punkt schlechteren Clubs Arminia Bielefeld (1:0 bei Jahn Regensburg) und VfL Osnabrück (3:1 gegen VfB Stuttgart II) verfolgt.

Der bisherige Spitzenreiter SV Wehen Wiesbaden stürzte nach dem 0:1 (0:0) gegen Fortuna Köln auf Platz vier ab. Dahinter lauern Energie Cottbus nach einem 1:0 (1:0) gegen Krisen-Club FC Hansa Rostock und Rot-Weiß Erfurt, das sich von den Stuttgarter Kickers 1:1 (0:0) trennte.

Die größte Party des Spieltags stieg in Münster, wo Preußen Münster Unterhaching vor 8519 Fans nach Belieben dominierte. Mehmet Kara (14. Minute) und Simon Scherder (90.+1) schossen das Gründungsmitglied der Bundesliga ganz nach oben. «Das war von der ersten Sekunde an ein attraktives Spiel. Wir haben natürlich ein wenig Glück gebraucht, um kein Gegentor zu kriegen, doch wir haben auch selbst viele Chancen liegengelassen», sagte Trainer Ralf Loose. Amaury Bischoff und Marc Heitmeier hatten weitere Großchancen ungenutzt gelassen.

Da musste Bielefeld in Regensburg deutlich mehr zittern, wo der frühere Bundesliga-Profi Christian Brand sein Debüt als Trainer gab. Letztlich reichte der von vielen Ausfällen geplagten Arminia das Tor von Christoph Hemlein (37.). «Das war kein Leckerbissen. Wir mussten uns erst in das Spiel reinfinden», sagte Trainer Norbert Meier. «Doch für das Gesamtgefüge unserer Mannschaft war der Sieg enorm wichtig.»

Bereits am Freitag hatten Addy-Waku Menga (52.), Massimo Ornatelli (69.) und Stanislav Iljutcenko (90.) Osnabrück zum vierten Heimsieg in Serie und zur besten Platzierung der Saison geschossen. Stuttgart war durch Marco Grüttner (66.) nur der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen. «Das war ein ganz wichtiger Sieg in dieser engen und verrückten Liga», sagte Trainer Maik Walpurgis.

Wie verrückt die Liga sein kann, erfuhr auch Tabellenführer Wehen Wiesbaden am Samstag. Die Hessen dominierten das Spiel gegen Aufsteiger Fortuna Köln, scheiterten jedoch reihenweise am überragenden Torwart André Poggenborg. Schließlich schoss Thomas Kraus (84.) die Gäste zu einem schmeichelhaften Sieg. Trainer Marc Kienle war bedient: «Wir wussten, dass wir den Gegner mürbespielen müssen. Aber da muss man in jeder Phase konzentriert sein. Das ist uns beim Gegentor weniger gelungen. Als sehr gute Mannschaft muss man das runterspielen.»

Hinter Wiesbaden lauert nun Cottbus, dass im Ostduell mit Rostock dank des früheren Hansa-Spielers Uwe Möhrle (38.) siegte. In Erfurt ließ sich RWE vom Schweige-Boykott der eigenen Fans nach dem peinlichen Aus im Landespokal beeindrucken. Daniel Kaiser (50.) brachte die Kickers mit einem traumhaften Freistoß in Führung, ehe Carsten Kammlott (61.) der verdiente Ausgleich gelang.

erschienen am 23.11.2014 um 11:42 Uhr