Fußball - Champions League: Schalker beschwören Überraschung - auch ohne Höwedes

London (dpa) - Die schlechten Nachrichten reißen beim FC Schalke 04 nicht ab. Einen Tag vor dem Champions-League-Kracher beim FC Chelsea fiel auch Weltmeister und Kapitän Benedikt Höwedes aus. Es passte zur derzeitigen Misere mit vielen Verletzungssorgen und dem sportlichen Saisonfehlstart.

Für Trainer Jens Keller ist der Ausfall nur schwer zu kompensieren. «Wenn der Kapitän ausfällt, ist das für eine Mannschaft nicht prickelnd. Dadurch haben wir große Probleme. Aber wir werden noch vier Mann in die Abwehr stellen», sagte Keller in London.

Und doch beschwören im Lager der Königsblauen alle die Chancen auf eine positive Überraschung. Die angeknockten Schalker wollen das Spiel an der Stamford Bridge dazu nutzen, enger zusammenzurücken und einen Schritt aus der Krise zu tun. «Es gibt mit Sicherheit viele, die nicht an uns glauben. Es wird ein ähnliches Spiel wie gegen die Bayern. Wir müssen fighten, fighten, fighten», forderte Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting vor dem Gastspiel beim englischen Topclub aus London an diesem Mittwoch.

Bei dem Unterfangen hätte die Mannschaft von Keller ihren Führungsspieler Höwedes gut gebrauchen können. Doch nach einer Untersuchung bei DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München war klar, dass der Kapitän wegen eines Hüftbeuger-Teilanrisses der Sehne nicht der Mannschaft nach London nachfliegt und stattdessen einige Wochen pausieren muss. Für die Schalker ist es bereits achte verletzungsbedingte Ausfall.

Trotzdem sieht Sky-Experte Franz Beckenbauer in der Partie beim Tabellenführer der Premier League eine Möglichkeit zur Trendwende. «Das sind so Spiele, in denen man sich wieder rausziehen kann», sagte der «Kaiser». Auch Höwedes war ungeachtet seines eigenen Ausfalls guter Dinge: «In der Champions League haben wir es eigentlich immer geschafft, gute Leistungen anzuliefern, auch wenn es in der Liga nicht so gut lief. Wir sind in Chelsea nicht gefordert, das Spiel zum machen. Das könnte ein Vorteil sein.» Höwedes hatte sich seine Blessur am Samstag beim blamablen 1:4 im Ligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach zugezogen.

Damit verschlechtert sich im ersten Gruppenspiel der Königsklasse die Personalsituation bedenklich weiter. So stehen dem in der Kritik stehende Trainer Jens Keller die verletzten Abwehrspieler Joel Matip, Felipe Santana, Atsuto Uchida und Sead Kolasinac nicht zur Verfügung. Zumindest Jan Kirchhoff ist nach auskurierter Sehnenverletzung wieder eine Option. In Kaan Ayhan (19 Jahre) und U19-Europameister Marvin Friedrich (18) stehen aber nur zwei gelernte Innenverteidiger zur Verfügung, um das Starensemble von José Mourinho zu stoppen.

«Es hilft kein Jammern und kein Klagen. Das ist der falsche Weg, wir müssen jetzt da durch», sagte Manager Horst Heldt. Es gelte nun, die zur Verfügung stehenden Spieler gut einzustellen. «Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, dass wir wieder in die Spur kommen.»

Immerhin werden Klaas-Jan Huntelaar und Julian Draxler, die in Mönchengladbach erst in der zweiten Hälfte eingewechselt wurden, wohl wieder in die Startelf rücken. Auch Max Meyer ist nach überstandenem Infekt einen Schritt weiter. «Jedes Spiel ist neu», beschwor Huntelaar die vage Hoffnung auf Besserung. Torhüter Ralf Fährmann - schon immer ein Fan der «Blues» - sieht die Chance, die letzten Eindrücke «zu korrigieren».

Nach dem blamablen Pokal-Aus in Dresden und nur einem Punkt aus den ersten drei Bundesliga-Spielen sehnt sich der Revierclub nach dem ersten Pflichtspiel-Erfolg der neuen Saison. Dass dieser beim FC Chelsea gelingt, der mit vier Siegen grandios in die Saison auf der Insel startete, ist recht unwahrscheinlich. Das Mourinho-Team ist gespickt mit Topstars und mit den neu verpflichteten Spaniern Diego Costa und Cesc Fabregas sowie «Altmeister» Didier Drogba eher noch stärker als in der Vorsaison - und da verlor Schalke bereits beide Gruppenpartien gegen die «Blues» mit 0:3. Von den bisher vier Vergleichen mit Chelsea unterlag Schalke dreimal, spielte einmal 0:0.

Homepage FC Schalke 04

erschienen am 16.09.2014 um 19:15 Uhr

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