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Wahlen - Départements: Rechtsruck in Frankreichs Départements

Paris (dpa) - Mit einem Rechtsruck bei den Wahlen haben sich Frankreichs Rechte unter Ex-Präsident Nicolas Sarkozy die Vorherrschaft in den Départements gesichert. Die Sozialisten des unbeliebten Präsidenten François Hollande mussten gleichzeitig erneut eine bittere Niederlage hinnehmen.

Dagegen feierte die rechtsextreme Front National schon kurz nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend ihre jüngsten Erfolge in der Fläche.

Nach einer Prognose des Instituts CSA für den Sender BFMTV wechseln bis zu 30 der gut 100 Départements von den Linken zu den Konservativen. Die schlechte wirtschaftliche Situation mit hoher Arbeitslosigkeit, großer Schuldenlast und wenig Wachstum wird den regierenden Sozialisten angelastet. Unklar blieb zunächst, ob die rechtsextreme FN in einem der Départements auch gewinnen konnte.

Premierminister Manuel Valls räumte einen Erfolg der Rechten ein. «Ich habe die Nachricht verstanden», sagte Valls, der den Wahlkampf der Sozialisten bestimmt hatte. Die zu zersplitterte Linke habe einen Rückschlag erlitten, sagte er in Paris. Die Regierung werde ihre Arbeit und die Reformen für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes fortsetzen und den Einsatz für mehr Arbeitsplätze verdoppeln. Gleichzeitig bot er Gegnern in der eigenen Partei Zusammenarbeit an.

UMP-Chef Sarkozy sprach von einem Sieg der Rechten, mit dem die Politik von Präsident Hollande klar zurückgewiesen worden sei. Der Wechsel sei auf dem Weg, «nichts wird ihn aufhalten», sagte der 60-Jährige. Allerdings werde der Weg auch «lang und schwierig» sein.

Die FN-Vorsitzende Marine Le Pen sieht im «sagenhaften Erfolg» der Rechtsextremen «einen Sockel für die Siege von morgen».

Als Nachteil für die Sozialisten gilt die niedrige Wahlbeteiligung. Nach ersten Berechnungen blieb auch beim zweiten Wahlgang wie schon eine Woche zuvor erneut jeder zweite Wahlberechtigte der Abstimmung fern.

Der zweite Wahlgang war überschattet vom Absturz der Airbus-Maschine in den französischen Alpen. Wegen der Ereignisse war der Wahlkampf teils ausgesetzt worden.

Die Départements, vergleichbar etwa den Landkreisen in Deutschland, haben im zentralistischen Frankreich zwar wenige Kompetenzen, die Wahl galt aber als Stimmungstest für das gesamte Land. Erstmals traten immer eine Frau und ein Mann als Kandidaten-Duo an. So sollte eine Frauenquote von 50 Prozent in den Départementräten gesichert werden.

Nicht abgestimmt wurde aus wahltechnischen Gründen in Paris und Lyon sowie zwei der fünf Übersee-Départements Frankreichs.

erschienen am 29.03.2015 um 21:14 Uhr

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