Bayern: Erst die Eloge, jetzt die Abrechnung
Zum zehnten Todestag des großen bayerischen Historikers Karl Bosl verfasste der Archivar der Stadt Cham 2003 eine Hommage. Die Ernennung Bosls zum Ehrenbürger Chams im Jahr 1984 bedeute 'eine besondere Auszeichnung für die Kreisstadt, da eine Persönlichkeit von diesem internationalen Rang stolz darauf war, ein Mitglied ihrer Bürgerschaft zu sein', schrieb Archivar Timo Bullemer. Inzwischen ist die Eloge von der Homepage der Stadt verschwunden, ersetzt durch eine nüchterne 14-seitige Studie. In der Abhandlung geht es um die Frage, ob Karl Bosl die Unwahrheit gesagt hat. Hat der große bayerische Historiker seinen Lebenslauf frisiert, um nach 1945 Karriere machen zu können? Am 6. Juli 2011 warf die Frankfurter Allgemeine Zeitung Bosl in einem fünfspaltigen Bericht vor, getäuscht und getrickst zu haben. Die Stadträte in Cham sind alarmiert. Sie hatten drei Jahre zuvor voller Stolz einen Platz in der Stadt nach dem gebürtigen Chamer Bosl benannt.Sie geben deshalb eine Studi...
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erschienen am 30.11.2011 um 07:40 Uhr