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Saison-Aus für Bayer: Fuß-OperationBerlin (dpa) - Das hatte sich Sebastian Bayer alles ganz anders vorgestellt. Die Achterbahnfahrt durch die Saison hat für den deutschen Superspringer bei der Weltmeisterschaft in Berlin ein bitteres Ende genommen. Im Finale um die Weitsprung-Krone muss der 8,49-Meter-Mann nun zähneknirschend auf der Tribüne des Olympiastadions Platz nehmen. Unglaubliche Schmerzen peinigten den 23 Jahre alten Hallen-Europameister in der Qualifikation. «Stecken Sie sich zwei Heftzwecken unter den Fuß und dann gehen Sie nicht nur, sondern rennen und springen Sie noch», sagte Bayer und versuchte so, seine Qualen zu schildern. Seit drei Wochen hatte er nicht richtig trainieren können. «Nur Tischtennis und Krafttraining waren keine optimale WM-Vorbereitung», sagte er über seinen knöchernen Kapsel-Abriss in einem Zeh des linken Fußes. «Er quält sich schon sehr lange damit. Aber anders als bei Ballacks Knie haben wir darüber nicht informiert», sagte Sportdirektor Jürgen Mallow. Fakt ist: Die Saison ist für den Bremer vorzeitig beendet, zur Operation gibt es keine Alternative. «Nächste, spätestens übernächste Woche muss ich unters Messer», sagte er. Am 21. August verkündete er zugleich seinen Verzicht auf die kommende Hallen-Saison. «Das hängt aber nicht mit meiner Verletzung zusammen. Ich muss einen BundeswehrLehrgang bestreiten, deshalb war das von vornherein so geplant.» Schon in der ganzen Saison hatte sich Bayer durch Unbeständigkeit ausgezeichnet. Riesen-Sätzen wie den 8,71 Metern bei der Hallen-EM in Turin oder den 8,49 Metern bei den deutschen Meisterschaften in Ulm folgten deftige Rückschläge und Sprünge unter der Acht-Meter-Marke. Mallow sieht nicht nur die Verletzung als Grund dafür. «Der ganze Rummel um seine Person und das Traumpaar mit Carolin Nytra hat ihn etwas irritiert. Und er war manchmal genervt, dass 100 Mal am Tag sein Handy geklingelt hat», sagte der Sportdirektor. «Das sind unsichtbare Rucksäcke für die beiden gewesen.» Bayer bestätigte dies. «Ich finde es total albern, das so zu verkitschen. Jedes andere Paar küsst sich in der Öffentlichkeit, Milliarden andere tun das. Wir beide habe es nicht nötig, dass wir unsere Beziehung nutzen, um noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen», betonte er. Für das vor allem in Ulm medial riesig gefeierte «Traumpaar» endete das Erlebnis Berlin somit nur mit Enttäuschungen, nachdem auch Nytra das angestrebte Finale über 100 Meter Hürden klar verpasst hatte. Bayer, vollgestopft mit Schmerzmitteln und auch fitgespritzt, hatte in der Quali alles in den ersten Versuch gelegt und hätte den Wettkampf bei einer Weite von 8,05 Meter sofort abgebrochen. «Jede andere WM oder EM hätte ich vorher abgesagt. Aber für Berlin bin ich das Risiko eingegangen.» Tatsächlich hätten 8,01 Meter fürs Finale gereicht - Bayer scheiterte mit 7,98 Metern. «Ohne Schmerzmittel habe ich jetzt wieder ein ganz anderes Empfinden», verriet er am Freitag. «Aber vielleicht will mich jetzt Voltaren sponsern», sagte er - und konnte da sogar schon wieder scherzen.
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